Vorweihnachtliche Bühne der Visionen
Ein Donnerstagnachmittag im Advent in München: Draußen glitzern die Weihnachtslichter, drinnen glühen die Ideen. Beim BayStartup Business Angel Meeting präsentieren acht Startups ihre Visionen – in vorweihnachtlicher Atmosphäre, aber hochkonzentriert. Kein „Oh du Fröhliche“ weit und breit – stattdessen Pitches und Zukunftsmusik.
Passend zur Jahreszeit wimmelt es hier von Engeln – im Krippenspiel wie im Publikum. Die sogenannten Business Angels warten gespannt auf zündende Ideen und vielleicht ihr nächstes Investment. Hier trifft der Maßanzug auf den Hoodie, erfahrener Investor auf junges Gründertalent. Zwei Generationen im Dialog, vereint durch die Neugier auf das Neue.
Fünf Minuten haben die Gründerinnen und Gründer auf der Bühne Zeit, aus Träumen und PowerPoint-Folien ein überzeugendes Zukunftsversprechen zu formen. Die Herzen klopfen dabei vermutlich mindestens so schnell wie der Redefluss. Im Anschluss lockt zwar der Glühwein und Früchtepunsch beim weihnachtlichen Netzwerken, doch zunächst fließen hier Ideen und Leidenschaft in Strömen.
Mut zum Ungewissen
Es braucht Mut, aus einer bloßen Idee ein Unternehmen zu schmieden. Junge Gründerinnen und Gründer wagen das Neue: Sie pitchen ihre Vision, suchen Kapital und entwickeln Lösungen – ohne zu wissen, wohin die Reise geht. Ungewissheit ist ihr ständiger Begleiter. Doch statt sie zu hemmen, spornt die Ungewissheit diese Visionäre erst recht an.
Auf dem Weg lauern natürlich Hindernisse: knappe Kassen, skeptische Blicke, schlaflose Nächte. Doch nichts davon hält sie auf. Im Gegenteil – Widerstände scheinen ihren Ehrgeiz nur zu steigern. Man sagt, ein Startup zu gründen sei, als springe man von einer Klippe und baue sich den Fallschirm erst während des Falls zusammen. Verrückt? Gewiss – doch genau diese Verrücktheit braucht es, damit aus kühnen Ideen reale Innovationen werden.
Von KI bis Biogas: Vielfalt der Ideen
Vom Gesundheitswesen über Nachhaltigkeit bis zur Gaming-Welt und Medizintechnik – die Bandbreite der Ideen an diesem Nachmittag ist enorm. Eine KI-Lösung soll Krankenkassen von Aktenbergen befreien und Prozesse schlanker machen; eine Recommerce-Plattform schenkt alten Produkten ein zweites Leben – Kreislaufwirtschaft im digitalen Gewand. Auch grüner Strom ist Thema: Aus Biomüll wird Biogas gezaubert, während ein anderes Team Gamer spielerisch zu Anlegern machen will. Und schließlich geht es um Gesundheit und Inklusion: Ein Medtech-Startup entwickelt barrierefreie Prothesen, damit Hightech künftig für alle zugänglich wird. Allen Unterschieden zum Trotz eint sie derselbe Gründergeist – der Wille, Dinge besser zu machen und Zukunft zu gestalten.
Wegbereiter der Innovation
All dieser Tatendrang würde jedoch ins Leere laufen, gäbe es nicht die stillen Wegbereiter im Hintergrund. Organisationen wie BayStartup schaffen den Rahmen, in dem Visionen Flügel bekommen. Mit Zeit, Know-how und enormem Engagement sorgen sie dafür, dass Innovation nicht an Formalitäten oder fehlenden Kontakten scheitert. BayStartup etwa vernetzt junge Unternehmen mit Kapitalgebern, organisiert solche Bühnen und begleitet Gründerteams mit Rat und Tat durch die ersten Schritte. Ihr Beitrag bleibt oft im Hintergrund, ist aber von unschätzbarem Wert: Ohne solche Förderer würden viele Geistesblitze nie das Licht der Geschäftswelt erblicken.
Nicht zu vergessen die Business Angels: erfahrene Unternehmerinnen und Unternehmer, die nicht nur Kapital, sondern auch Wissen und Netzwerke investieren, um den Startups Rückenwind zu geben. Ihr Engagement zeigt, dass finanzielles Interesse und gesellschaftlicher Nutzen Hand in Hand gehen können.
Unternehmergeist – eine gesellschaftlich wertvolle Kraft
Was diese jungen Innovatoren antreibt, kommt am Ende uns allen zugute. Wir erleben vielleicht eine neue Gründerzeit: Die Kreativität und der Wagemut der heutigen Gründergeneration prägen unsere Zukunft – ökonomisch und gesellschaftlich. Jede kühne Gründung kann, wenn sie gelingt, vielen nutzen: Sie schafft Arbeitsplätze, löst Alltagsprobleme oder dient als Inspiration für die nächste Generation.
In einer Zeit, in der manch einer der Jugend Bequemlichkeit nachsagt, führen uns diese Startups vor Augen, dass das Gegenteil wahr ist. Hier wird angepackt, riskiert, Verantwortung übernommen. Der Unternehmergeist dieser jungen Menschen ist ein Geschenk an die Gesellschaft – eine Kraft, die Wandel antreibt und Fortschritt lebendig macht.
Ode an Startups
Der Optimismus dieser Gründerinnen und Gründer wirkt ansteckend – und er erinnert mich daran, warum ich tue, was ich tue. Wer Verantwortung für Vermögen trägt, kann mehr tun, als nur bewahren: Er kann ermöglichen. Ideen brauchen Kapital, Vertrauen und jemanden, der an sie glaubt. Ich freue mich, wenn ich Mandantinnen und Mandanten dabei unterstützen darf, genau solche Visionen Wirklichkeit werden zu lassen. Denn das ist nicht nur Investition – das ist Mitgestaltung der Zukunft.

